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Title: Ezekiel Tragicus 106: doremata
Secondary Title: VT
Author: Horbury, William
Volume: 36
Pages: 37-51
Type: Journal Article
Year: 1986
Abstract: "Der Text von Ezechiel Tragicus 106 bedarf keiner Emendation, auch sind die hier erwähnten "Gaben" nicht als "Gaben an Gott" zu interpretieren. Vielmehr sind mit ihnen wie in Zeile 35 die Privilegien gemeint, die Gott durch den Erzväterbund Israel hat zuteil werden lassen, wobei wohl vor allem die Nachkommen- und die Landverheißung im Blick sind. Ein ähnliches Verständnis von "Gabe" findet sich im Urchristentum bei Paulus (Röm 11,29; vgl. 9,4-5), im 1. Clemensbrief (31-32) und wohl auch in Joh 4,10 (hier ist wohl als "Gabe" nicht das Gesetz, sondern der Messias gemeint). Allerdings greifen die urchristlichen Schriftsteller dabei auf eine jüdische Tradition zurück, die bei den Rabbinen, aber auch schon bei Philo und bei Josephus nachzuweisen ist (besonders bemerkenswert ist Ant. IV § 212, wo dieser Gebrauch von "Gabe" in der Zusammenfassung eines vorgeschriebenen Gebetes vorkommt und somit auf eine vorgegebene alte Tradition verweist). In die gleiche Richtung deutet die nachexilische semantische Entwicklung von berit zur Bedeutung "grant" oder "disposition", was dem Verständnis von "Bund" als "Gabe" in der Endgestalt des Pentateuch entspricht. Auch die LXX-Übersetzung von berit durch diathéke geht wohl von der Bedeutung "disposition" aus. Auf diesem Hintergrund ist der paulinische Gebrauch von "Gnade" und "Gabe" für die messianische Erlösung als Entwicklung einer weitverbreiteten jüdischen Tradition zu verstehen". - H.C.S.
Keywords: History of Terms, language, style