Bibliography
| Title: Mose in den Chronikbüchern. Garant theokratischer Zukunftserwartung Secondary Title: BZAW 219 Type: Book Year: 1994 Abstract: "Die Untersuchung geht in ihren beiden Hauptteilen einerseits der Geschichte des Theokratiebegriffs von Josephus bis in die Gegenwart nach. Andererseits fragt sie nach dem Ort und der Funktion Moses in den Chronikbüchern. Die Einleitung (1-14) dient der Klärung von Grundlagen, Voraussetzungen und Leitlinien der Studie. Ausgegangen wird u.a. von einer Datierung der Chronikbücher im 3. Jh. und ihrem schriftauslegendem Charakter. Die Existenz eines chronistischen Geschichtswerkes wird bestritten. Der erste Hauptteil (18-118) greift zunächst die von Wilhelm Rudolph formulierte These kritisch auf, nach der das chronistische Geschichtswerk in seiner Gegenwart die Theokratie realisiert sieht und deshalb keine Zukunftserwartung formulieren kann. Anschließend wird die Geschichte des von Flavius Josephus geprägten und in deutscher Sprache erstmals im 18. Jahrhundert belegten Theokratiebegriffs nachgezeichnet und aufgearbeitet. Überlegungen zur Intention des Begriffes bei Josephus (25-27) folgt eine Untersuchung seiner Verwendung im Werk von J.D. Michaelis, W.M.L. de Wette, H. Leo, C.P.W. Gramberg und J.K.W. Vatke (zu den Ergebnissen vgl. 61-64). Es folgt eine Sichtung der verschiedenen bei Julius Wellhausen erkennbar werdenden Theokratievorstellungen (64-76). Das Theokratieverständnis von A. Schlatter, M. Buber, M. Weber, A.A. van Ruler u.a. wird kurz skizziert, ehe - ausgehend von O. Plögers Studie zum Thema - die neuere und neueste Debatte (u.a. A.H.J. Gunneweg, O.H. Steck, Ph. D. Hanson, F. Crüsemann, Jutta Hausmann) erörtert wird (92-115). Die Studie wendet sich gegen eine antithetische Gegenüberstellung von Hausmann im Sinn eines Oberbegriffs für die Erwartung des endgültigen durch JHWH herbeigeführten Heils. Theokratie ist dabei ein - theologisch notwendiger - Begriff, "um die Erwartung der unmittelbaren, diesseitigen Herrschaft Gottes über sein Volk, das entsprechend der von JHWH gestifteten Thora kultische ebenso wie politische Autonomie besitzt, zu bezeichnen" (117f.) Der Begriff ist ungeeignet "zur Charakterisierung der politisch-historischen, sozialen und religiösen Konstitution bzw. Realität des nachexilischen Israel" (116). Die sich anschließende Untersuchung der 21 Belege für den Mosenamen in den Chronikbüchern (119-283) führt zum Ergebnis, daß Mose - mit Ausnahme von I Chr 5, 29 - erst durch eine Bearbeitung in den Text eingetragen wurde. Diese Überarbeitung erfolgte nicht vor der Wende vom 2. zum 3. Jahrhundert. Sie richtet sich sowohl gegen den Chronisten als auch gegen sekundäre Texte und zielt einerseits auf Kritik am davidischen Königtum. Andererseits kritisiert die Überarbeitung jede Glorifizierung Davids und artikuliert so gleichzeitig eine theokratische Zukunftserwartung". Keywords: Jewish History: Old Testament Period |
