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Title: Die Taheb-Vorstellung als politische Utopie
Secondary Title: Numen
Author: Dexinger, Ferdinand
Volume: 37
Pages: 1-23
Type: Journal Article
Year: 1990
Abstract: "Die Samaritaner sind in der hasmonäischen Zeit als selbständige religiöse Gruppe aus den in und um Sichem lebenden Juden hervorgegangen. Sie sind, religionsgeschichtlich gesehen, trotz der jetzigen kleinen Zahl wertvolle Zeugen für das vielgestaltige Judentum des 2./1. Jh.s v. Chr. Die Taheb-Gestalt ist zum allgemeinen Typus des endzeitlichen Propheten zu rechnen und seine Erwartung wurzelt in der eschatologischen Deutung von Dtn 18,15.18. Verf. macht auf die gesellschaftlich-politisch relevanten Elemente des Quellenmaterials betreffs des Taheb aufmerksam (Josephus, Ant. Xviii 85-87; samarit. Quellen). Es lassen sich in der Taheb-Erwartung durchaus jene Elemente erkennen, die im politischen Sinn zum Messianismus gehören. Die Texte verraten jedoch auch eine starke nationale bzw. nationalistische Färbung der Taheb-Erwartung. Freilich verschleiert Josephus den nationalistischen Hintergrund der samarit. Bewegung zur Zeit des Pilatus. Zu jener Zeit und beim Aufstand unter Justinian (528-529) wird faktisch das revolutionäre Element sichtbar. Der Taheb ist zunächst Anführer eines Personenverbandes und wird erst in weiterer Folge zum König, also mit territorialer Macht ausgestattet gesehen. In keinem Fall ist er Revolutionär, sondern vielmehr Wiederkehrender, der nicht nur die heiligen Geräte, sondern auch die alte Ordnung wiederbringt. Er hatte seinen Sitz im Leben in kollektiver Unzufriedenheit. Was man faktisch vom Taheb erwartete, war angesichts der realen Situation der Fremdherrschaft eine Utopie".
Keywords: Specific Examinations of Josephus, collections of Josephus