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| Title: Josephus im MA Secondary Title: Lexikon des Mittelalters Volume: V Pages: 634-635 Type: Book Section Year: 1991 Abstract: "Von den Werken des J. (später Favius J.), der aus jüd. Priestergeschlecht stammte, in Jerusalem sorgfältig erzogen worden war und ztw. in Rom sich aufhielt (+ um 95 n.Chr.), haben sich außer einer Autobiogr. Und einer Apologie des Judentums gegen den Alexandriner Apion (Pros Apiona) v. a. zwei bedeutende Gesch.swerke erhalten: das "Bellum Judaicum" (peri tu Iudaiku polemon, 7 B.; Darstellung des Makkabäeraufstandes und der Ereignisse 66-70 n. Chr. mit der Zerstörung Jerusalems) und die "Antiquitates Iudaicae" (Iudaikä archaiologia, 20 B.; Gesch. d. jüd. Volkes von der Weltschöpfpung bis 66 n. Chr.). Alle Werke sind mit Ausnahme des zunächst aram. Geschriebenen, dann von J. selbst in Gr. übersetzten Bell. Jud. in gr. Sprache abgefaßt. In den ersten Jahrhunderten nach Entstehung der Werke finden sich keine Spuren ihrer Kenntnis. Entscheidende Bedeutung für die spätere starke Verbreitung und Nachwirkung gewann der Umstand, daß J. nicht nur ein z. T. durch Interpolation entstelltes Zeugnis über Jesus Christus enthällt (Antiqu. 18,3,3), sondern auch als einziger Autor außerhalb der bibl. Bücher Nachrichten und Aussagen über Personen und Begebenheiten des AT und NT bietet. Hieronymus widmet ihm in seinem Kat. der chr. Schriftsteller einen eigenen Abschnitt (vir. Ill. 13) und nennt ihn einen "graecus Livius" (ep. 22,35,8). Etwa zur selben Zeit entstand die erste lat. Bearb. des Bell. Jud. Des -> Hegesippus (kaum aus Josippus = J.) in 5 B., vielfach dem jungen -> Ambroisus v. Mailand zugeschrieben; eine (näher am gr. Text liegende) lat. Übers. des Bell. Jud. (aus dem 5. Jh.?) wurde ohne triftigen Grund -> Rufinus v. Aquileia beigelgt; eine lat. Übers. der Antiquitates kam auf Veranlassung Cassiodors (inst. I,17) zustande. Von nun an sind es v. a. Bibelausleger, die den J. heranziehen. Relativ früh setzte die für uns faßbare hs. Überlieferung der Antiquitates wie auch des Hegesippus ein (5./6.Jh.); aber noch lange Zeit stammen die Anführungen aus J. zumeist aus zweiter Hand; noch Alkuin und Hraban zitieren ihn aus Mittelq. Vom 9. Jh. an nimmt die Häufigt der Hss. kräftig zu; der Text scheint sich von Italien aus nach Dtl. und NO-Frankreich verbreitet zu haben und bleibt bis ins 11. Jh. auf diesen Raum beschränkt. Seit dem 12. Jh. werden gelegentl. Antiquitates und Bell. Jud. in durchlaufender Zählung als ein Werk behandelt. Die Hss. sind zahlreich auch in den folgenden Jahrhunderent; doch scheint nach wie vor dem Zitat aus Kirchenvätern (bes. Hieronymus) fast ebensoviel Bedeutung wie der direkten Benützung zuzukommen. Nach dem Erstdruck (ohne Ort und Jahr; HAIN 9449) bemerkenswert viele Ausg. des lat. J. bis zur besten der alten Ed. Basel (Froben) 1524. // Zur J.-Überlieferung im Judentum (Sefär Josippon) -> Historiographie C.". Keywords: Reception of Josephus: Antiquity, Middle Ages, Early Modern Period |
